Infrarot-Fotografie (Teil5)

Ein Bericht von Peter Berlinghof

 

Über den Oelberg durch das Tal zum Lohrberg

An der Margarethenhöhe begann ich meinen Aufstieg zum Großen Oelberg. Er ist mit 460,7 m ü. NHN (Normalhöhennull) der höchste Berg im Siebengebirge. Aufgrund des Sendemastes auf seinem Gipfel ist er bereits von weitem von den anderen Bergen gut zu unterscheiden. Vom Gipfel bietet sich ein sehr guter Blick über das Siebengebirge sowie in die Eifel.

Während des Aufstiegs über breite Waldwege ergaben sich immer wieder schöne Blicke in die Ferne.

Nach kurzer Zeit kommt der Basaltsteinbruch des Oelbergs in Sicht. An vielen Stellen sind Basaltsäulen erkennbar. An der Ausrichtung dieser Säulen kann man die Entstehungsgeschichte dieser Steinformation gut erkennen, wie Sven von Loga (SvL) in seinem Exkursionsführer, auf den ich in Teil 4 dieser Serie schon hingewiesen habe, auf Seite 68 beschreibt. (*1)

[ (*1) Sven von Loga: Siebengebirge – 13 Wanderungen auf den Spuren des
Vulkanismus“ (Gaasterland-Verlag, Jünkerath 2018 – ISBN 978-3-946328-26-1) ]

Vom Gipfel des Gelbergs hat man einen wunderschönen Blick über das Siebengebirge in die Eifel sowie in Richtung Bonn und Köln. Im Vordergrund des Bildes befinden sich die Quarztrachytfelsen, die schon Motiv unzähliger Fotos waren.

Während des Abstiegs kommt der Quarztrachyt immer wieder zum Vorschein, mal als anstehendes Gestein, mal als lose Felsbrocken.

Mein nächstes Ziel war die Burgruine Rosenau, die auf dem gleichnamigen Berg (322,1 m ü. NHN) liegt. Entlang des Weges zur Rosenau erstreckt sich ein natürlicher Gesteinsrücken, der Rosenau-Gang, der an den gezackten Rücken eines Drachens denken lässt (SvL, S.80). Hier ist Lava an einer mehreren Kilometer langen Spalte aufgedrungen. Das erstarrte harte Gestein kam anschließend durch die Verwitterung des umliegenden, weicheren Gesteins zum Vorschein.

Nach einigen Serpentinen erreichte ich die wenig spektakuläre Ruine der Burg, von der bis heute nicht bekannt ist, wann sie errichtet wurde. Sie wurde jedoch schon um 1250 durch das Kloster Heisterbach gekauft und anschließend zerstört. Die Steine wurden vermutlich wiederverwendet und kamen als Baumaterial an den Klostergebäuden zum Einsatz. Die Burgruine besteht heute aus den bis zu sechs Meter hohen Resten einer Ringmauer aus Latit, die sich an der Südseite eines künstlich angelegten Plateaus erhebt.

Nach der Besichtigung der Ruine ging ich ein Stück auf dem selben Weg zurück, bog allerdings am Hauptweg nicht nach links zum Oelberg, sondern nach rechts ins Tal ab.

Am tiefsten Punkt meiner Wanderung überquerte ich die L 331 (Ferdinand-Mülhens- Straße), um an der Brücken-Hütte vorbei hinauf zum Lohrberg zu kommen. Unterwegs machte ich einen kleinen Abstecher zur Jungfernhardt und genoß vom dortigen Aussichtspunkt den Blick auf den Großen Breiberg.

Vorbei an einer alten Hudewiese und einem kleinen Trachytsteinbruch kam ich dann zum Nasseplatz, der aus dem Abraum des gegenüberliegenden Lohrbergsteinbruchs entstanden ist. Berthold von Nasse war von 1890 bis 1905 Oberpräsident der Rheinprovinz und hat in dieser Funktion den Naturschutz im Siebengebirge gefördert.

Der Lohrberg ist einer der sieben großen Berge des Siebengebirges und mit 432,8 m ü. NHN der dritthöchste. In geologischer Hinsicht besteht er hauptsächlich aus Trachyt, der eine Fläche von 0,5 km² einnimmt und damit den bei weitem größten Komplex dieser Gesteinsart im Siebengebirge darstellt.

Auf eine ausführliche Beschreibung der Geologie des Lohrbergsteinbruchs verzichte ich, da dies den Rahmen des Beitrag sprengen würde. Interessierte werden aber in dem schon erwähnten Exkursionsführer von SvL auf den Seiten 77 und 78 fündig.
Nach Verlassen des Steinbruchs ging es nach rechts in Richtung Margarethenhöhe und dort endete meine Wanderung nach kurzer Zeit.