Venedig

Ein Bericht von Sonja Molter

Venedig ist seit vielen Jahrzehnten eines der beliebtesten Ziele für eine Städtereise weltweit. In kaum einer anderen Stadt in Europa gibt es mehr Sehenswürdigkeiten.      

Venedig, diese einzigartige Stadt scheint weder Zeit noch Raum zu kennen, und schon immer bezauberte sie ihre Besucher aufgrund der faszinierenden Atmosphäre mit den Booten, den Vaporetti, den Gondeln, den Kanälen und den Wasserstraßen.

Für mich ist Venedig eine Stadt, in der es Motive ohne Ende gibt. Die Piazza San Marco mit dem Campanile, die Basilica di San Marco mit ihren byzantinischen Mosaiken und der Palazzo Ducale gehören eigentlich zum Pflichtprogramm eines Fotografen/in. Genauso wie die Rialto- und die Seufzer-Brücke und natürlich die Gondeln. Sie verkörpern weltweit das romantische Bild der Stadt wie kein anderes Wahrzeichen.

Das Internet ist überflutet von diesen Motiven und dennoch ist es als Fotograf/in lohnenswert, insbesondere Abseits der üblichen Touristenpfade seine eigenen Perspektiven zu suchen und in Verbindung mit einer ggf. nur kurzzeitig vorhandenen speziellen Lichtstimmung den eigenen Eindruck eines Motivs mit der Kamera einzufangen.

Während meines Aufenthaltes in Venedig drückte sich immer mal wieder das Wasser aus der Lagune in die Stadt und überflutete die Straßen und Plätze. Dies ergab die Möglichkeit Spiegelungen in die Bildgestaltung mit einzubeziehen oder aber alltägliche Motive abzubilden, die erst durch die Spiegelung meine Aufmerksamkeit auf sich zogen.  

Oft war die Stadt von Nebel eingehüllt. Früh am Morgen, wenn der Nebel von der Lagune in die Stadt hereinzog, entstanden Bilder mit einer teilweisen mystischen Lichtstimmung. War der Vordergrund des Motivs noch deutlich sichtbar, verloren sich die tieferliegenden Bildelemente im Nebel.

Aufnahmen in der blauen Stunde am Morgen oder nach Sonnenuntergang und Nachtaufnahmen haben ihren eigenen Reiz. Laternen und Lichter setzten mit ihren Strahlen feine Akzente.

Motive, die am Tag ggf. flach und reizlos erschienen, zeigten in der Nacht durch das Zusammenspiel von Licht und Schatten ihre eigene Optik. Durch die zwangsbedingte längere Verschlusszeit erhalten bewegte Bildelemente ihre eigene Dynamik. Dadurch entstanden unitäre, teilweise surrealistisch wirkende Bilder.

Venedig ohne seine Wasserstraßen und ohne seine Gondeln wäre nicht Venedig. Vom frühen Morgen bis in den späten Abend pulsiert das Leben in der Stadt und auf dem Wasser. Diese quirlige Geschäftigkeit habe ich in einigen meiner Bilder versucht einzufangen.