Ansitzfotografie in Mecklenburg-Vorpommern (Teil 1): Feldberger Seenlandschaft

Ein Beitrag von Peter Berlinghof

Ende März 2016 hatte ich mir einen langjährigen Wunsch erfüllt und eine Beobachtungshütte beim Günzer See südlich von Zingst gemietet, um dort Kraniche zu fotografieren. Da ich nicht nur für einen Tag nach Mecklenburg-Vorpommern fahren wollte, musste aufgrund der großen Entfernung noch ein „Vorprogramm“ gefunden werden. In der Vorbereitungsphase hatte ich in der Ausgabe 3/2015 der Zeitschrift „Naturblick“ den Artikel „Auf Tuchfühlung mit Seeadler und Rotmilan“ von Thomas Krumenacker gelesen. Dadurch angeregt nahm ich mit dem Naturpark-Ranger Fred Bollmann von Ranger-Tours Kontakt auf (www.ranger-tours.de) und vereinbarte mit ihm zwei Ansitze in Fotoverstecken und eine Tour mit dem Elektroboot auf dem Breiten Luzin, um Seeadler im Flug zu fotografieren. Der Breite Luzin liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft.  

Die Fotoverstecke von Ranger Tours sind sehr geräumig, falls notwendig auch beheizt und für mehrere Fotografen geeignet.   

Am 19. März 2016 holte mich Fred dann pünktlich um 6:00 Uhr früh ab und brachte mich zum Fotoversteck am Ostufer des Breiten Luzin. In dem komfortablen Versteck verbrachte ich dann einen abwechslungsreichen Tag, der mir viele interessante Beobachtungen von Mäusebussarden, Rotmilanen, Kranichen, Kolkraben, Elstern und Aaskrähen (Nebelkrähen) bescherte. Der Höhepunkt war allerdings der halbstündige Besuch eines Seeadlers,der sich von 07:05 Uhr bis 07.35 Uhr am Luder aufhielt. Außerdem zeigten sich Kleinvögel wie Stare und Feldlerchen, die Goldammer sang in direkter Nähe des Fotoverstecks und gegen Abend marschierte auch ein Fasan vorbei.  

  

Am zweiten Tag brachte mich Fred dann morgens wieder pünktlich um 6.00 Uhr zu einem anderen Versteck, dem „Erdversteck“, das sich am Rand eines wunderschönen Feuchtgebiets befindet. Wahrscheinlich aufgrund einer länger andauernden Störung durch einen Schäfer, der direkt neben dem Feuchtgebiet einen neuen Pferch für seine Schafe errichtete, war dieser Tag etwas weniger ergiebig als der erste, trotzdem gelangen mir schöne Beobachtungen verschiedener Vogelarten.  

Da der Wetterbericht für den 21. März 2016 nicht sonderlich verheißungsvoll war, hatten Fred und ich vereinbart, dass wir erst am Morgen dieses Tages entscheiden wollten, ob eine Ausfahrt auf den Breiten Luzin sinnvoll wäre. Nachdem das Wetter frühmorgens besser als angekündigt war, machten wir uns auf den Weg, um den Seeadler im Flug zu fotografieren. Bei recht kaltem Wind fuhren wir mit dem Elektroboot bis in die Nähe des Seeadlerhorstes, ohne allerdings einen Adler zu sehen. Da es sich um wildlebende Tiere handelt, kann es halt passieren, dass man nicht das notwendige Glück hat. Zudem hatten die Seeadler vermutlich noch keinen Nachwuchs, so dass der Zwang zur Fütterung und damit eine gewisse Nestbindung fehlte. Erst kurz vor unserer Rückkehr zum Bootsschuppen zeigten sich zwei Seeadler, die allerdings nicht nahe genug herankamen, um sie formatfüllend fotografieren zu können.  

Insgesamt hat sich die Fahrt zur Mecklenburgischen Seenplatte gelohnt und ich kann mir vorstellen, nächstes Jahr wieder dorthin zu fahren, allerdings ein bis zwei Monate später. Vielleicht klappt es ja dann mit dem Seeadler im Flug!  

Abschließend möchte ich Fred Bollmann noch für die sehr gute Betreuung danken und kann jedem an Tier- und Naturfotografie Interessierten nur empfehlen, einmal auf die Homepage von Ranger Tours zu schauen (www.ranger-tours.de). Als Quartier hatte ich auf Empfehlung von Fred das Deutsche Haus im Ortsteil Feldberg gewählt, das ich ebenfalls empfehlen kann. Man bekommt dort auch schon sehr früh problemlos ein Frühstück und ein üppiges Lunchpaket (www.deutscheshaus-feldberg.de).  

Meine Erlebnisse bei der Kranichbeobachtung am Günzer See werde ich demnächst in einem weiteren Bericht schildern.  

Peter Berlinghof