Porto Santo?

Ein Bericht von Peter Berlinghof

Die Südküste von Porto Santo mit dem 9 km langen Sandstrand

Wir hatten Madeira im Jahr 2013 schon einmal im Rahmen einer Kreuzfahrt besucht. Damals waren allerdings die Landausflüge einem Sturm zum Opfer gefallen, der einige Straßen unpassierbar gemacht hatte. Seitdem hatten wir immer mal wieder daran gedacht, noch einmal nach Madeira zu fliegen. Im Sommer lag dann ein Angebot eines Reiseveranstalters im Briefkasten, das zudem noch einen kurzen Aufenthalt in Porto Santo beinhaltete. 

Porto Santo? Damit konnten wir zunächst wenig anfangen, da wir noch nichts darüber gehört hatten.          

Erste Nachforschungen im Internet ergaben, dass Porto Santo (deutsch „heiliger Hafen“) eine Insel im Atlantik ist, die etwa 42 km nordöstlich von Madeira liegt und zur Inselgruppe Madeira gehört. Sie ist etwa elf Kilometer lang und maximal sechs Kilometer breit. Die Bewohner leben überwiegend von der Fischerei und dem Tourismus, für den vor allem der neun Kilometer lange Sandstrand verantwortlich ist. 

Hauptort der Insel ist Vila Baleira an der flachen Südküste. Fast alle Bewohner von Porto Santo leben hier. Hier befindet sich die Casa Museu Cristovão Columbo, ein Museum in dem Haus, das wahrscheinlich einmal von Christoph Kolumbus bewohnt wurde, der sich mehrere Jahre auf der Insel aufhielt.

 

Blick auf Vila Baleira  – Am rechten Bildrand direkt an der Küste liegt die Meerwasser-Entsalzungsanlage, hinter dem Ort ragt der 437 m hohe Pico de Castelo auf.

Ursprünglich war die Insel mit Drachenbaumwäldern, Buschwerk und Macchia bewachsen. Rodungen haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass Porto Santo heute weitgehend baumlos ist; im Rahmen von Wiederaufforstungsprojekten wurden zwischen Vila Baleira und dem Flughafen viele Bäume neu angepflanzt, die zum Naturpark Porto Santo gehören. Dennoch hinterlässt die Insel insgesamt einen eher kargen Eindruck.

 

Blick vom südwestlichen Ende der Insel oberhalb von Ponte da Calheta nach Nordwesten – Der spitze Berg am linken Bildrand ist der Pico de Ana Ferreira, an dessen Nordflanke in einem Aufschluss interessante Säulenbasalt-Formationen zu besichtigen sind.

 

 

Die meisten Touristen besuchen Porto Santo wegen des neun Kilometer langen Sandstrands Campo de Baixo, der umso anziehender wirkt, da Madeira selbst kaum Sandstrände hat. So wird Porto Santo gerade am Wochenende nicht nur von Touristen, sondern auch von vielen Bewohnern Madeiras besucht. 

Wie zu lesen ist, beflügelt dieser Traumstrand seit einiger Zeit die Fantasie von Lokalpolitikern und Investoren, die Porto Santo als Alternative zu Sylt oder Saint-Tropez etablieren wollen. Einige Luxusunterkünfte sowie einen Golfplatz gibt es schon.

 

Der Golfplatz westlich des Pico de Ana Ferreira – Von diesem Aussichtspunkt aus sieht man, wie schmal die Insel ist.

Nach Porto Santo kommt man entweder mit dem Schiff oder dem Flugzeug. Das täglich verkehrende Fährschiff Lobo Marinho, das von der Porto Santo Line betrieben wird, benötigt für die Strecke von Madeira nach Porto Santo zwischen zwei und drei Stunden. Das 112 Meter lange Schiff fasst 1150 Passagiere und 145 Fahrzeuge. Seit 1996 pendelt fast täglich ein Schiff des Unternehmens zwischen den beiden großen Inseln des Archipels. Lediglich um die Jahreswende gibt es eine längere Pause. 

In den 1960er Jahren wurde auf Porto Santo von der NATO ein Flughafen gebaut. In 20 Minuten erreicht man von hier aus Madeira, außerdem gibt es Flugverbindungen nach Lissabon und Porto. 2014 wurde Porto Santo erstmals direkt von Deutschland aus angeflogen und seit Sommer 2017 bietet Condor einmal wöchentlich Flüge zwischen Düsseldorf und Porto Santo an.

 

Die Fähre Lobo Marinho der Porto Santo Line legt morgens um 8:00 Uhr in Madeira und abends um 20:00 Uhr in Porto Santo ab, so dass auch Tagesausflügler einen ganzen Tag auf der Insel verbringen können.

 

Die Lobo Marinho im Hafen von Porto Santo

 

Was bietet Porto Santo fotografisch?  

Vor allem Landschaften und dramatische Wolkenhimmel bieten sich als Motive an. Aber auch architektonisch interessante Ansichten lassen sich finden. Abstrakte Sandformationen finden sich zuhauf in der Umgebung des Fonte do Areia, der bekanntesten Süßwasserquelle der Insel. Lokale Feste bieten zudem fotogene Motive.

Ansichten aus Vila Baleira, dem Hauptort von Porto Santo

 

Sandsteinformationen im Gebiet zwischen dem Flughafen und der Küste beim Fonte do Areia

 

Abendstimmungen und ein lokales Fest

 

 

Auch den Fotointeressierten, die gerne in Schwarz-weiß fotografieren, bieten sich auf Porto Santo vielfältige Strukturen und Kontraste, wie die abschließende Serie zeigt.

Peter Berlinghof